RALPH DOUGHBY'S ESQ. BRAUTFAHRT

Fortsetzung von "George Howard's Esq. Brautfahrt".

"... Die Hochzeit (von George und Louise Howard) findet in New-Orleans statt, und die Hin- und Herreise zu dieser Stadt giebt dem Dichter Gelegenheit das Leben auf den Mississippi-Dampfern zu beschreiben.
Das neu vermählte Paar wird nun allen befreundeten Pflanzerfamilien in der Gegend vorgestellt und erlangt durch die Vermittelung Richards und seiner Frau, die in ihrem Benehmen eine weniger eigennützige Rolle angenommen haben, Zutritt zu den Kreisen der Emporkömmlings-Aristokratie. Nun treten die verschiedensten Charaktere auf, z.B. Miss Houston, der reine Tugendspiegel, Ralph Doughby, der feurige Kentuckier, Demokrat und Anhänger Jacksons und andere von typischer oder kulturgeschichtlicher Bedeutung. Ralph Doughby hat die Liebe seiner Verlobten, Emilie Warren, durch Leichtsinn und Unüberlegtheit verloren. Seine unglücksreiche Liebesgeschichte, von Doughby selbst erzählt, ist eine der besten humoristischen Charakterskizzen aus Sealsfields Feder.
Einige der Freunde, die das junge Paar kürzlich besucht hat, kehren mit ihnen als Gäste in Howards neueingerichtetes Haus am Red River zurück. Unter diesen befindet sich Ralph Doughby, der jedoch von Howards Schwiegervater nicht sehr gnädig empfangen wird, da er versucht hatte, die Liebe seiner Tochter Julia zu gewinnen, ohne vorher, wie es bei den Kreolen Sitte ist von dem Vater die Erlaubnis dazu einzuholen. Julia soll gegen ihren Willen Merveille, einen erbärmlichen Rouée, der aber Erbe eines der reichsten Zuckerpflanzer von New-Orleans und mit den allerbesten Häusern in Frankreich verwandt ist, heiraten. Der Kentuckier, der sich rasend in sie verliebt hat, begiebt sich heimlich aud denselben Dampfer, mit dem Julia von ihrem Vater nach Hause geschickt wird und beredet den Kapitän an einer gewissen Stelle anzuhalten, wo ein Friedensrichter wohnt. Julia wird durch einen geschickten Vorwand mit der indirekten Hilfe des Kapitäns an Land gebracht und willigt auch ein, Doughby auf der Stelle zu heiraten. Die junge Frau setzt ihre Reise fort, Doughby aber geht allein nach Howards Pflanzung zurück, wo er die Neuigkeit den erstaunten Gästen, vo denen einige schon zur Hochzeit Julias mit Merveille gekommen waren, mitteilt. Ein fürchterliches Ungewitter bricht über seinem Haupte los und Papa Menou will keine Vernunft annehmen. Merveille schiesst auf Doughby und verliert dadurch das Mitgefühl der Anwesenden, das sich nun ganz und gar dem verwundeten Kentuckier zuwendet, der es unter seiner Würde erklärt, sich an dem schmächtigen Franzosen zu rächen. Sogar Vater Menou wird ausgesöhnt und verbindet seinem ungestümen Schwiegersohn die Wunde, während es Merveille gern erlaubt wird, in Frieden abzureisen.
..."

Albert B. Faust:
Charles Sealsfield (Carl Postl) Der Dichter beider Hemisphären. Sein Leben und seine Werke.- Weimar: Verlag von Emil Felber. 1897.